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Steingutfabrik Grünstadt

Mitglieder: 651
Examples of the Steingutfabrik Grünstadt products

Namen / Besitzer

1797 - 1801: 
Johann Nepomuk van Recum
1801 - 1812: 
Johann Nepomuk van Recum Erben
1812 - 1895: 
Gebrüder Bordollo / Gebr. Bordollo Erben
1895 - 1900: 
Kuno Faist
1900 - 1937: 
Steingutfabrik Grünstadt AG
1937 - 1969: 
Steingutfabrik H. Kalau vom Hofe KG

Historische Notiz

Die Gründung der Steinzeugfabrik geht auf Johann Nepomuk van Recum (1753–1801) zurück und führt in die Umbruchszeit der Epoche der Französischen Revolution. Der Vater des Firmengründers war der Tuchfabrikant Peter van Recum, der 1736 aus Brabant in die Pfalz eingewandert war, und sein Bruder Andreas ein hoher pfalzbayerischer, französischer und bayerischer Beamter.

Nepomuk übernahm 1795 die seit vierzig Jahren existierende und bis dahin unter kurfürstlich-pfälzischer Verwaltung stehende Porzellanmanufaktur Frankenthal, die nach der Besetzung des Ortes durch französische Revolutionstruppen unter General François-Joseph Lefèbvre von der französischen Zivilverwaltung beschlagnahmt worden war. Nach vielfältigen Turbulenzen im Zuge der kriegerischen Ereignisse gab van Recum das Frankenthaler Porzellanprojekt 1799 schließlich aufgrund von Rohstoffmangel auf. Er siedelte mit einigen Mitarbeitern, Geräten und Hohlformen in seinen Geburtsort Grünstadt über und gründete dort im März 1801 eine Fayencefabrik.

Sie wurde nach seinem Tod im Oktober selbigen Jahres bis 1812 von seinen Erben weitergeführt. Danach war sie im Besitz von Bernhard und Wilhelm Bordollo. Ihr Vater Lorenz, ein Handelsmann, war aus Italien nach Grünstadt gekommen. Die Brüder stellten das Fabrikprogramm 1818/19 ganz auf Steingutware mit Zier- und Gebrauchsgeschirr des täglichen Bedarfs um. Nachfolger der Bordollo-Erben wurde Kuno Faist. Er kaufte das Unternehmen 1895, fünf Jahre vor dessen Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Der aus dem badischen Schramberg stammende Keramiker begann 1899 neben der Produktion von Tafel-, Kaffee-, Tee- und Waschgeschirren mit der Herstellung von Montierungsplatten in allen Formen und Dekors für Metall- und Holzwarenfabriken wie etwa der Nürnberger Firma Hanft.